English Armenian Russian France
ARCHAEOTOURISMUS
     
Home
Über Armenien
Geplante Touren
Regionaler Tourismus
Archäotourismus
Archäologische Schule
Hotels und Wohnungen
Unsere Angebote
Verbindungen
Fotogalerie
Unsere Partner

 






 

 

<< Zurück

Die Freilicht-Tempelstadt aus der Bronzezeit: Agarak

Agarak liegt im südlichen Vorgebirge des Berges Aragats, am Westufer des Flusses Amberd. Es erstreckt sich über ein Areal von 200 Hektar Größe, von denen die armenische Regierung einen Teil (118 Hektar) zum historischen und kulturellen Erbe ernannt hat.
Die Stätte besteht aus horizontalen versteinerten Tuff-Ebenen, die sich südlich erstrecken und flache Oberflächen haben. Sie grenzen im Osten an den Fluss, im Westen werden sie zu einer hügeligen Landschaft. Wenn man bedenkt, dass die regionale Oberflächenstruktur durch Tuff-Ströme geprägt ist, haben die Einwohner sich beträchtlich angestrengt, um diese natürlichen Tuff-Massen zu einem gigantischen System von Steinsäulen aufzurichten. Flussabwärts entlang des Amberd ziehen sich Dutzende von Kilometer lang ununterbrochen Tuff-Klippen, felsige Hügel und natürliche Plateaus sowie freistehende Felsblöcke. Auf deren Oberfläche und Seiten zeigen diese Formationen starke Zeichen der Bearbeitung. Die Seiten der Klippen wurden ebenfalls behauen. Es wurden Nischen in die Felsen gehauen und treppenähnliche Plattformen, ebenso wie andere Strukturen.
All diese Strukturen, wie die ununterbrochene Reihe runder, hufeisenförmiger Strukturen, zu denen Kanäle führen, plus die trapezförmigen "Opferaltäre", verwandeln die natürliche Landschaft in ein gigantisches Monument. Diese Einheit kultischer Strukturen wird ergänzt durch künstliche Gebilde rund um die Plateaus und die Flächen dazwischen. Die Erforschung der Erdschichten hat ergeben, dass diese Anordnung kultischer Strukturen und Höfe in der frühen Bronzezeit errichtet wurde. In der armenischen Hochebene und den umliegenden Territorien ist keine andere derartige Kultstätte bekannt. Sie ist einzigartig durch ihre ungewöhnliche Anordnung und Ausrichtung, sowie durch die Größe der Region.
Derzeit werden nur am ersten Felsen-Plateau des nördlichen Komplexes von Agarak Ausgrabungen durchgeführt. Die Resultate von Feldforschungen aus den Jahren 2001 und 2002 zeigen, dass Agarak seit dem frühen Beginn der Bronzezeit besiedelt war. Die Straße, die am nordöstlichen Rand des ersten Plateaus entdeckt wurde, und die innen runden und außen eckigen Häuser zu beiden Seiten dieser Straße deuten darauf hin, dass hier in der frühen Bronzezeit ein Dorf mit einem Straßenplan existierte. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurden die wichtigsten Gemeinde-Elemente zu jener Zeit durch die Innenhöfe geprägt, die die Menschen aus den Felsen herausgeschnitzt hatten. Um diese herum entstanden dann die Häuser. Während der Ausgrabungen wurde eine große Anzahl an Keramik-Scherben gefunden, sowie Terrakotta-Statuen oder runde und hufeisenförmige tragbare Herde. Diese erlauben uns, diese Gegend um Agarak zum mittleren Zyklus der archäologischen Kultur der so genannten Shengavit oder Kuro-Araxes zu zählen, die heute zurückdatiert wird auf das 29. bis 27. Jahrhundert v. Chr.
Die Schichten, die sich über der frühen Bronzezeit abgelagert haben, sind nicht einheitlich. Sie beinhalten Überreste, die bezeugen, dass diese Gegend in den verschiedensten archäologischen Epochen besiedelt war, von der mittleren Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit. Ein Urnengrab mit urartäischem Siegel und viele urartäische Keramik-Scherben erlauben uns ebenso anzunehmen, dass Agarak vom 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. bewohnt war. Nach dem Fall des Königreiches Van erlebte Agarak eine weitere Periode der intensiven Entwicklung und wurde eine große Siedlung von fast städtischen Ausmaßen.
Die große Anzahl an gefundenen Weinpressen und Weinfässern in den Ausgrabungsorten weist darauf hin, dass der Weinbau und die Weinherstellung eine wichtige Rolle im wirtschaftlichen Leben der Bewohner von Agarak hatte. Als einer der wichtigsten Orte entlang der Handelsroute von Ararat nach Shirak und der Hauptstadt Ani, wurde Agarak eine florierende Handelsstadt, vor allem im 3. und 4. Jahrhundert v. Chr. und vom 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr. Beweise dafür geben bemalte Töpferarbeiten, ein Drachme von Alexander dem Großen, ein silberner Dinar von Oktavian Augustus und verschiedene Siegelringe, die in Sarkophagen der späten Antike gefunden wurden.
Die Entdeckung von glasierten Töpfereien und Kochutensilien in der Alluviums-Schicht, die die antike Schicht bedeckt, deutet darauf hin, dass das Leben in Agarak auch im hohen Mittelalter (12. bis 14. Jahrhundert) anhielt. Die letzte Phase der Besiedlung der Region bezeugen wenige Überreste aus dem 17. und 18. Jahrhundert (Keramik, Herdutensilien, Münzen des Khanate von Yerevan u.a.). Die derzeitige Nutzung der Region kann man nur in ihrem historischen Kontext verstehen. Einst war sie ein Ort für die Schaffung und Entwicklung antiker Denkweisen, Kultrituale, Opfer und eines wirtschaftlich entwickelten Lebens. Heute wurden Teile der Region in Schreine verwandelt, die von den Bauern vor Ort in jahrhundertelanger Tradition verehrt werden.
DETAILS
Ausgrabungen einer Siedlung aus der frühen Bronzezeit am nördlichen Ende des ersten Felsen-Komplexes, hellenische Stadt, Gräberfeld, Öffnung des ersten Felsen-Plateaus mit Steinmetzarbeiten und Tempeln.
Anzahl der Archäologen 6-7, Studenten 10, Arbeiter 35-40, technisches Personal 20.

Zusammenfassung

Ort: Dorf Agarak, Provinz Aragatsotn
20 km westlich von Yerevan, der Hauptstadt Armeniens
Projektleiter: Dr. Pavel Avetisyan
Direktor der Agarak-Stiftung
Termine: Sitzung 1: 15 Mai bis 15 Juli
Sitzung 2: 15 September bis 10 November
Freiwillige: Müssen über 18 Jahre alt sein
Keine archäologischen Vorkenntnisse nötig
Mindestteilnahme: eine Woche
Zahlungsfrist: 30 Tage vor Beginn der Sitzung

Vorbestellen

<< Zurück | Nach oben

 
Home | Über Armenien | Geplante Touren | Weintouren | Aragats Tour | Regionaler tourismus | Archäotourismus | Archäologische Schule | M.I.C.E. | Hotels und Wohnungen | Unsere angebote | Verbindungen | Fotogalerie
Copyright © Mass Ltd.
info@masstours.com